Speiseröhrenentzündung:

Symptome, Ursachen und Behandlung 

Von Jens Seibel
3. September 2026

Eine Speiseröhrenentzündung (medizinisch Ösophagitis) ist eine der häufigsten Erkrankungen der Speiseröhre. Sie kann u. a. auftreten, wenn Reflux – also das regelmäßige Zurückfließen von Säure in die Speiseröhre – unbehandelt bleibt. Daher spricht man auch häufig von einer Refluxösophagitis.

Wenn die Speiseröhre entzündet ist, leiden Betroffene unter teils erheblichen Beschwerden wie Schmerzen hinter dem Brustbein, Sodbrennen und teilweise auch Schluckbeschwerden. Aber was tun bei entzündeter Speiseröhre und was hilft wirklich? Dieser Artikel informiert über Symptome, Ursachen und wirksame Behandlungsmöglichkeiten einer Entzündung der Speiseröhre.1,2

Symptome: Woran erkenne ich eine Speiseröhrenentzündung?

Eine Speiseröhrenentzündung macht sich häufig durch charakteristische Beschwerden bemerkbar. Diese können jedoch in Form und Schweregrad sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Meist schmerzt die Speiseröhre. Diese ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die unter anderem dafür sorgt, dass jeder Bissen unserer Nahrung problemlos die Speiseröhre entlanggleiten und in den Magen gelangen kann. Ist diese Schicht jedoch stark gereizt, kann sich das durch Schmerzen bemerkbar machen und sich gegebenenfalls zu einer Entzündung der Speiseröhre entwickeln.1

Die Symptome einer Speiseröhrenentzündung können sehr belastend sein. Es ist wichtig, sie ernst zu nehmen und frühzeitig zu erkennen.

    Wenn die Speiseröhre entzündet ist, kann die Schleimhaut anschwellen und verengt den Durchgang. Dadurch wird der Transport von Nahrung erschwert. Die Speiseröhre schmerzt dann besonders beim Schlucken, weil die empfindliche, gereizte Schleimhaut dann zusätzlich mechanisch gereizt wird.

    Bei chronischer Speiseröhrenentzündung können darüber hinaus Narben entstehen, welche die Speiseröhre dauerhaft verengen (sogenannte Strikturen). Diese Speiseröhrenverengung verstärkt die Schmerzen beim Schlucken und kann dazu führen, dass die Beschwerden trotz Behandlung der Ursachen bestehen bleiben.

    So fühlen sich die Schluckbeschwerden an: 

    • Die Speiseröhre schmerzt beim Schlucken – Schluckschmerzen machen Essen und Trinken häufig zur Qual.
    • Betroffene haben das Gefühl, dass Essen stecken bleibt oder nur schwer nach unten rutscht.
    • Manchmal muss nachgetrunken werden, um Nahrung hinunterzubekommen.
    • Die Speiseröhre tut weh, besonders beim Schlucken fester oder trockener Nahrung. Die Schmerzen in der Brust bzw. hinter dem Brustbein können auch ausstrahlen.1,2

    Wichtiger Hinweis: Bei Schluckbeschwerden sollte immer ein Arzt oder eine Ärztin zur weiteren Abklärung der Beschwerden aufgesucht werden.

    Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt und die empfindliche Schleimhaut reizt. Die Speiseröhre schmerzt, was oft mit einem charakteristischen brennenden Gefühl hinter dem Brustbein einhergeht.

    Wichtig zu wissen: Sodbrennen tritt nicht nur als Symptom bei einer Speiseröhrenentzündung auf. Es kann auch vorkommen, wenn die Speiseröhre nicht entzündet ist. Umgekehrt kann auch eine Entzündung der Speiseröhre vorliegen, ohne dass zwangsläufig starkes Sodbrennen vorhanden ist. Sodbrennen allein sagt nicht aus, ob eine entzündete Speiseröhre vorliegt. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ärztlich abgeklärt werden, was die Ursache ist und ob eine Speiseröhrenentzündung vorliegt.

    So fühlt sich Sodbrennen an:

    • brennendes Gefühl – aufsteigend vom Oberbauch bis hinter das Brustbein – zum Teil bis in den Rachen hinauf 
    • Schmerzen im Bereich der Speiseröhre und der Brust – besonders nach dem Essen, beim Bücken oder im Liegen1,2

    Bei eosinophiler Ösophagitis (einer besonderen Form der Speiseröhrenentzündung) treten lokalisierte, schluckunabhängige Schmerzen hinter dem Brustbein auf. Dies ist eine chronische, immunvermittelte Erkrankung der Speiseröhre.

    Achtung: Brustschmerzen können auch Zeichen einer Herzerkrankung sein. Neu auftretende Brustschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden.

    Übelkeit und Erbrechen können ebenfalls ein Begleitsymptom einer Speiseröhrenentzündung sein.

    So äußert sich die Übelkeit: 

    • allgemeines Unwohlsein im Oberbauch 
    • Brechreiz, besonders nach dem Essen 
    • Appetitlosigkeit

    Ursachen: Wie entsteht eine Speiseröhrenentzündung? 

    Wie bekommt man eine Speiseröhrenentzündung? Eine Speiseröhrenentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Zu den häufig auftretenden Krankheiten der Speiseröhre zählen die Gastroesophageale Refluxkrankheit und die Ösophagitis (Refluxösophagitis oder eosinophile Ösophagitis).

    Reflux – die häufigste Ursache für Speiseröhrenentzündung

    Die häufigste Ursache für eine Speiseröhrenentzündung ist der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (gastroösophagealer Reflux). Die aggressive Magensäure greift die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre an und führt zu Entzündungen der Speiseröhre. Wenn die Speiseröhre entzündet ist, kann sie stark schmerzen – besonders beim Schlucken.

    Normalerweise verhindert ein Schließmuskel am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen, dass Mageninhalt zurückfließt. Bei einer Refluxkrankheit funktioniert dieser Schutzmechanismus meist nicht mehr richtig.1,2

    Eosinophile Ösophagitis – entzündete Speiseröhre durch Allergien

    Die eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine chronische Entzündung der Speiseröhre, die durch das Immunsystem ausgelöst wird. Dabei sammeln sich bestimmte weiße Blutkörperchen (eosinophile Granulozyten) in der Speiseröhrenschleimhaut an und verursachen eine anhaltende Entzündungsreaktion. Dies führt zu Schluckbeschwerden und anderen Symptomen. Diese Form der Entzündungen der Speiseröhre hat eine vollkommen andere Ursache als die Refluxösophagitis.

    Wie bekommt man eine Speiseröhrenentzündung durch Allergien? Es wird vermutet, dass bei Menschen mit entsprechender Veranlagung bestimmte Nahrungsmittel oder Pollen eine Überreaktion des Immunsystems auslösen. Der Körper stuft eigentlich harmlose Stoffe als gefährlich ein und bekämpft sie – mitunter auch in der Speiseröhre. Dabei wandern ebenfalls Eosinophile (Abwehrzellen) in die Speiseröhrenwand ein und verursachen dort eine dauerhafte Entzündung. Mit der Zeit kann die Speiseröhre dadurch vernarben und sich verengen.2 Ein erhöhtes Risiko, daran zu erkranken, haben vor allem Menschen mit Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis.1

    Typische Auslöser:

    • Nahrungsmittel (z. B. Milch, Weizen, Eier, Soja, Nüsse) 
    • Pollen und andere Luftallergene

    Weitere Ursachen für eine Speiseröhrenentzündung: Infektionen und Medikamente

    Neben Reflux und Allergien gibt es weitere mögliche Ursachen für Entzündungen der Speiseröhre:

    • Infektionen: Besonders bei geschwächtem Immunsystem können Pilze (z. B. Candida), Viren oder Parasiten die Speiseröhre befallen und eine Speiseröhrenentzündung auslösen. 
    • Durch Medikamente: Bestimmte Medikamente können die Speiseröhrenschleimhaut direkt schädigen, wenn sie zu lange Kontakt mit der Schleimhaut haben (z. B. bei Einnahme ohne ausreichend Flüssigkeit). Dies kann zu einer Verätzung der Speiseröhre führen. 
    • Morbus Crohn mit Ösophagusbeteiligung: Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung kann in seltenen Fällen auch die Speiseröhre betreffen. 

    Wichtig: Die Ursache der Speiseröhrenentzündung bestimmt auch die Behandlung. Deshalb ist es wichtig, die Symptome und Form der Speiseröhrenerkrankung ärztlich abklären zu lassen.1

     

    Kann eine Speiseröhrenentzündung durch Stress entstehen? 

    Ein Zusammenhang besteht durchaus – basierend auf einer koreanischen Studie schlussfolgerten die Autoren: „Refluxösophagitis steht in einem signifikanten Zusammenhang mit psychosozialem Stress, und der Schweregrad der Refluxösophagitis korreliert mit dem Ausmaß des Stresses.“4 Aber auch andersherum belastet eine Speiseröhrenentzündung die Psyche. Viele Betroffene haben eine eingeschränkte Lebensqualität. Vor allem Kinder entwickeln im Laufe der Zeit zum Teil sogar Angstzustände, Depressionen oder Schlafstörungen. Besonders belastend ist die ständige Angst vor Schluckbeschwerden und Erstickungsgefühlen.2

    Wie behandelt man eine Speiseröhrenentzündung?

    Die Frage „Was tun bei entzündeter Speiseröhre?“ lässt sich nicht pauschal beantworten – denn wie eine Speiseröhrenentzündung behandelt wird, hängt entscheidend von der Ursache ab.

    • Bei Refluxösophagitis (aufsteigende Magensäure): Protonenpumpenhemmer (PPI) reduzieren die Magensäureproduktion sehr effektiv.
    • Bei eosinophiler Ösophagitis (Allergie): Topische Kortikosteroide (Kortison zum Schlucken) und natürlich ein Weglassen der auslösenden Nahrungsmittel sind gängige Behandlungsansätze.
    • Bei Infektionen: Spezielle Medikamente gegen Pilze, Viren oder Bakterien bekämpfen die Ursache der Entzündung.1,5

    Wichtig: Ohne ärztliche Diagnose der Ursache kann die Behandlung nicht gezielt erfolgen. Was gegen eine Speiseröhrenentzündung hilft, ist individuell.

    Welches Medikament hilft bei einer Speiseröhrenentzündung?

    Oft kommen bei einer Speiseröhrenentzündung rezeptpflichtige Medikamente zum Einsatz. Bei Refluxösophagitis (Magensäure als Ursache) sind Protonenpumpenhemmer (PPI) oft die empfohlenen Medikamente bei einer Speiseröhrenentzündung. Sie blockieren die Säureproduktion im Magen sehr effektiv.

    Bei eosinophiler Ösophagitis (allergische Entzündung) werden neben säurehemmende Medikamente topische Kortikosteroide eingesetzt – Kortison zum Schlucken, das direkt an der Speiseröhrenschleimhaut wirkt. Alternativ kann das Weglassen der auslösenden Nahrungsmittel helfen, die zuvor durch eine Auslassungsdiät definiert werden müssen.

    Bei Infektionen kommen spezielle Medikamente gegen Pilze, Viren oder Bakterien zum Einsatz.

    Bei typischen Refluxbeschwerden ohne Alarmsymptome, ohne positive Familienanamnese für Malignome des oberen Verdauungstrakts und ohne Risikofaktoren für Komplikationen können probatorisch auch andere Antirefluxpräparate (z. B. H2-Rezeptorantagonisten, Alginate, Antazida) bei aus Patientensicht genügender Symptomkontrolle eingesetzt werden. (Kinder und Erwachsene; Empfehlung offen, starker Konsens).

    Für typische Refluxbeschwerden gibt es auch rezeptfreie Medikamente. Antazida neutralisieren Magensäure, wodurch der Säurereiz auf die Speiseröhre wegbleibt, und helfen bei der Symptomlinderung von akuten Beschwerden. Alginate bilden eine Schutzbarriere auf dem Mageninhalt, sodass der Magensäure nicht in die Speiseröhre aufsteigt. H2-Blocker reduzieren ebenfalls die Magensäureproduktion und können so Beschwerden effektiv lindern. Ist Magensäure der Auslöser für die Speiseröhrenentzündung, kommen manchmal auch alternative Optionen zum Einsatz.

    Wichtig: Wenn die Symptome der Speiseröhrenentzündung länger anhalten, sich verschlimmern oder regelmäßig wiederkehren, sollten Sie unbedingt ärztlichen Rat suchen. Eine unbehandelte Speiseröhrenentzündung kann zu ernsthaften Komplikationen führen.1,5

    Hausmittel bei Speiseröhrenentzündung 

    Können Hausmittel gegen eine Speiseröhrenentzündung und bei Schmerzen in der Speiseröhre wirklich helfen? Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit klassischer Hausmittel wie z. B. Kamillentee.

    Diese Maßnahmen können als Mittel bei Speiseröhrenentzündung helfen:

    • Gewichtsreduktion bei Übergewicht kann Refluxsymptome deutlich verbessern, da durch die Abnahme der Magendruck verringert wird. 
    • Das Hochlagern des Kopfendes vom Bett hilft bei nächtlichen Beschwerden, da es den Rückfluss von Magensäure reduziert.
    •  Auch Spätmahlzeiten sollten vermieden werden – mindestens 2–3 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen. 
    • Linksseitenlage kann zudem nächtliche Refluxsymptome reduzieren. 
    • Gezieltes Atemtraining mit Bauchatmung kann auch hilfreich sein. 
    • Bei der Ernährung sollten individuell unverträgliche Lebensmittel gemieden und Fett sowie Zucker reduziert werden, während auf eine ausreichende Ballaststoffzufuhr geachtet werden sollte. 
    • Rauchstopp führt bei normalgewichtigen Rauchern zu Symptomverbesserung.2

    Wichtig: Diese Maßnahmen sind unterstützend, ersetzen aber bei entzündeter Speiseröhre nicht die medikamentöse Behandlung.

    Wie lange dauert eine Speiseröhrenentzündung?

    Wie lange braucht die Speiseröhre zum Heilen? Die Schleimhaut regeneriert sich relativ schnell, aber auch wenn Symptome verschwinden, braucht die vollständige Abheilung Zeit. Die Heilungsdauer einer Speiseröhrenentzündung hängt von Ursache und Schwere ab:

    Bei Refluxösophagitis: Unter Behandlung sollte eine deutliche Besserung und Abheilung bereits in wenigen Wochen erfolgen. Wichtig zu beachten ist, dass es individuelle Unterschiede gibt und die Therapie ärztlich begleitet sein sollte.

    Bei eosinophiler Ösophagitis: Die Behandlung ist langfristig, erste Besserungen nach einigen Wochen, aber meist ist eine dauerhafte Therapie nötig.2

    Wenn die Speiseröhrenentzündung nicht weggeht, ist es wichtig die Ursache noch einmal genau abzuklären und gegebenenfalls die Medikamentendosierung und das Einnahmeschema zu überprüfen.

    Quellenangaben

    1https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/magen-und-darmerkrankungen/speiseroehrenentzuendung-oesophagitis-ursachen-symptome-behandlung-1081339.html
    2https://register.awmf.org/assets/guidelines/021-013l_S2k_Gastrooesophageale-Refluxkrankheit-eosinophile_Oesophagitis_2023-09.pdf 
    3https://www.hopkinsmedicine.org/health/conditions-and-diseases/esophagitis 
    4Song, Eun Mi, Hye-Kyung Jung, und Ji Min Jung. The association between reflux esophagitis and psychosocial stress. Digestive diseases and sciences 58.2 (2013): 471-477. 
    5https://www.aerzteblatt.de/archiv/eosinophile-oesophagitis-richtig-erkennen-und-therapieren-4f013e30-e93f-422e-9478-348272edf96b 
    6In-vitro-Untersuchung. Tarnawski A. et al. Gastric Cytoprotection Beyond Prostaglandins: Cellular and Molecular Mechanisms of Gastroprotective and Ulcer Healing Actions of Antacids. Curr Pharmaceutical Design 2013; 19: 126-132 
    7In-vitro-Untersuchung: Tarnawski A et al. Gastroenterology. 2012; 142 (5) Suppl 1:S-202

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